Mo. Okt 14th, 2019

Von Kies auf Sand

Nun hat man sich also entschieden und will den Fischen einen wühlgerechten und maulfreundlichen Bodengrund geben….aber nach all den “soll ich, soll ich nicht”, kommt nun das große ” wie macht man das und was soll ich vermeiden?”

Es ist gar nicht so Schwierig, wenn man nicht gerade zu dem Typ Aquarianer zählt, dem alleine schon ein Wasserwechsel große Überwindung kostet… ^^

Zuersteinmal sollte man alles gründlich Vorbereiten.
Lieber einige Tage mehr abwarten, es eilt ja nicht. Dafür einen Tag wählen, an dem man Zeit hat, eventuell auch Hilfe (bei Becken ab 80 cm nicht verkehrt).
Ich persönlich habe auch immer einen Werktag bevorzugt, falls doch mal ein Maleur passiert, so kann man schnell einen Laden aufsuchen.

Als erstes sollte man eine Liste aufstellen, die Notwendig ist, um den Umbau zu ermöglichen.

1. Sand ( der soll ja schließlich rein…*LOL*) mit einheitlicher Sieblinie, bitte keinen Vogelsand und bei Spielkastensand darauf achten, das keine Chemikalien zur Schimmel/Pilzverhinderung beigemengt sind

2. Jede Menge Eimer, Behälter, welche dann die Fische und Pflanzen während des Umbaus beherbergen und (alte) Eimer / feste Tüten um den alten Kies einzufüllen. Sollte man Tüten wählen, so bitte darauf achten, daß sie nicht reißen und keine Löcher haben, ansonsten setzt man schnell etwas unter Wasser. Hilfreich sind auch kleine Becher, um den Großteil des Kieses rauszuschaufeln.

3. Schlauch um Wasser abzusaugen ( eventuell einen mit großem Durchlass, falls das Becken mehr als 300 Liter hat, dauert sonst reichlich lange…)

4. Kescher zum Fische fangen

5. eine Stückchen Plane oder eine große Mülltüte, die beim Einfüllen des Wassers hilft.

6. reichlich Handtücher und viel Geduld und Kaffee / Tee….

Zuerst sollte man dann schon im Vorfeld den Sand testen, ob er stark mit Schwebeteilen versetzt ist.
Meist ist ein Waschen nicht nötig. Ich habe immer in einem Eimer getestet.
Eine Portion Sand rein, dann Wasser zu, ordentlich aufgewirbelt und nach ein paar Minten geschaut, ob das Wasser relativ klar geworden war.

Sind wir mit dem Ergebniss zufrieden, dann gehts ans Werk.
Ansonsten muß man im Eimer vorspülen, oder aber später im Becken.

Der Boden wird, wenn nötig, abgedeckt und dann werden Eimer und Kescher parat gelegt.
Spätestens jetzt werden wir feststellen, daß uns die Fische argwöhnisch betrachten…. ^^

Egal…wenn nötig wird die Abdeckung abgenommen, die Heizung ausgeschaltet (im Wasser abkühlen lassen, falls sie heiß ist!) und erst einmal die Eimer mit Aquarien-Wasser gefüllt.
Bewährt haben sich bei mir immer diese 25 Liter “Oscar” -Tonen, oder die durchsichtigen Plastikwannen von Ikea/ Hornbach .

Dann sollte der Filter ab/ ausgebaut werden und an einem der geeigneten Wasserbehälter angeschlossen werden.
Dies ist sehr wichtig, damit die Filterbakterien keinen Schaden nehmen und später wieder das biologische Gleichgewicht im AQ herstellen. Denn mit dem Kies entfernen wir auch eine Menge der wichtigen Bakterien!

Ist der Filter sichergestellt,so kann man vorsichtig versuchen die neugierigsten Fische zu fangen (Guppys etc.).
Verschwinden diese, sobald der Kescher erscheint (was meist der Fall ist ^^), so holt man langsam und behutsam die Pflanzen aus dem AQ und bringt sie in einem Eimer/Wanne unter.
Dabei beachten, daß sie immer gänzlich mit Wasser bedeckt sind!
Auch ohne Wasser in Tüten abgepackt halten sie sich super, während man am Werkeln ist.

Spätestens jetzt werden die Fische aufgeschreckt durch das Aquarium rasen, immer auf der Flucht.
Würden wir versuchen sie im bepflanzten AQ zu fangen, gäbe es meist nur reichlich Frust und vor allem kaputte Pflanzen.
Vorsichtig werden nun auch die Dekogegenstände und der Heizer ausgebaut.

 

Bei mir hat es sich bewährt die Fische zusammen mit dem Filter und dem Heizer in einem Behälter unterzubringen.
Somit ist die Sauerstoffversorgung und auch die Temperatur (dennoch immer wieder kontrollieren!) gewährleistet.
Einige Pflanzen, die man einfach mit reinschmeisst bieten den Tieren dann Schutz.

Beim Fang sollte darauf geachtet werden, immer ruhig und gelassen zu Werke zu gehen (was leichter gesagt als getan ist… ), hektische, genervte Aktionen könne Fische auch verletzen.

Zur Not einfach mal den Kescher aus der Hand legen und nen Kaffee trinken.
Das Chaos geniessen….*hihihi*

Welse oder Schmerlen am besten mit einer Tupperdose oder ähnlichem fangen, ihre Augendornen/ Odontoden könne sich ansonsten im Netz verfangen und ernsthafte Verletzungen herbeiführen!
Hilfreich ist es auch mit zwei (großen) Keschern zu arbeiten. Man kann somit die Fische “treiben”….ein niedriger Wasserstand ist ebenfalls sehr entgegenkommend.
Wichtig ist, den Eimer/ dieTonne abzudecken, denn viele Fische springen aus Angst und nicht selten ist in solchen Situationen schon ein Tier unbemerkt verendet.

Wurzel etc. müssen genauestens nach heimlichen Passagieren abgesucht werden, sollte man sie außerhalb vom Wasser während des Umbaus lagern.
Gerade Welse bleiben oft störrsich an/ in ihnen hängen und man sucht sie verzweifelt im AQ, während sie auf dem Tisch/ Boden verzweifelt nach Wasser suchen….

Hat man alle Fische draußen, so gönnt man sich eine Pause und nutzt diese, um in Ruhe nochmal nach eventuellen Jungfischen zu sehen.
Ich persönlich sammel dann noch gemütlich Schnecken raus, die dann später wieder eingesetzt werden.

Fit ^^ beginnt man schließlich das restliche Wasser abzulassen.
Ich habe immer nochmal absichtlich den obersten Mulm ( der sich während der Pause absetzt) in einem Extra-Eimer gefüllt und diesen dann aufbewahrt, also nicht weggegossen!
Dann den Kies aus dem Becken zu holen. Achtet dabei darauf, daß Ihr die Scheiben nicht zerkratzt!
Am besten immer aus der Mitte holen….

Ist das Becken leer, so fühlt man sich je nach Größe des Inhalts (so ab 200 Liter *lach* ) doch etwas angegriffen…aber keine Sorge, das Gröbste ist geschafft.
Ich persönlich fand den Transport des Kieses zum Müll immer am Schlimmsten, wohl dem, der Helfer hat!
Nun kann man noch das Becken etwas säubern und dann kann der Sand rein….

Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, ersteinmal etwas Wasser einzulassen und dann den Sand dort raufzuschütten.
So bildeten sich nicht allzuviele Lufteinschlüsse.
Beim Einfüllen habe ich einfach eine Plastikplane auf den Sand gelegt und dann das (temperierte) Wasser eingefüllt.
Hat man einen Hamburger Mattenfilter, so ist es am einfachsten, daß Wasser hinter der Matte einzubringen.
Kann man das Wasser nicht gleich der Temperatur aus der Leitung anpassen, so sollte man etwas aufkochen und dann im AQ beimischen, ansonsten dürfte es sehr lange dauern, bis ein Stabheizer kaltes Wasser aufgewärmt hat.

Ist das Wasser sehr trübe, so habe ich einfach wieder abgleassen, bis auf wenige Zentimeter über den Boden aufgefüllt, etwas aufgewirbelt und das schmutzige Wasser abgelassen.
So kann man den Sand mittels Wasserschlauch gut IM Becken spülen.

Ist das AQ zu ca. 2/3 voll, so kann man Anfangen die Technik wieder einzubauen. Der Filter wird wieder angeschlossen und auch der Heizer kommt an seinen Platz (erst anschließen, wenn man nicht mehr im AQ rumgrabbelt!!!!).
Nun wandern auch wieder Wurzeln, Deko und schließlich die Pflanzen an ihren vorbestimmten Platz.
Bei letzteren sollten die Wurzeln wenn nötig gestutzt und alte, angegriffenen Blätter entfernt werden.
Die Fische kommen nun auch eine Zeit lang ohne Filter und Heizer aus, aber vergeßt nicht das Abdecken des Behälters!

Wenn viel Frischwasser im AQ genommen werden muß, kann man auch bei den Fischen hin und wieder frisches Wasser reingeben, so gewöhnt man sie schon an das Leitungswasser im Becken.
Da ich eh jede Woche mind 50% Wasser wechsel ist das für meine Tiere kein Problem.
Wohl aber könnte es für Fische ein Stresspunkt sein, wenn man nur alle paar Wochen lediglich ein Paar Liter wechselt.

Pflanzen wie Echinodoren etc. sollte ruhig noch eine Düngekugel erhalten, damit sie auch genügen Nährstoffe haben.
Nach der Bepflanzung kommt immer mein Mulmeimer zum Einsatz…..ich schütte diesen einfach in das AQ….je nachdem wieviel altes Wasser ich habe, passe ich natürlich auch das neue Wasser aus der Leitung an (also lieber später etwas nachfüllen, als zuviel frisches Wasser genommen zu haben).

Nach dem Schmuddelwasser sieht das ganze erst recht trübe aus, aber seit ich das so mache, habe ich noch keinen hohen Nitritpeak gehabt, mehr als 0,05 mg/l NO2 konnte ich nie messen.
Die Technik wird gerichet ( Filterauslass etc.) und solange das Wasser bei dem Fischen noch warm ist warte ich ersteinmal ab, das sich die gröbsten Trübstoffe legen.
Ich mache sogar manchmal noch mal einen großen WW, also ablassen so viel es geht und dann sanft auffüllen.
Dann ist das Wasser fast klar.

Abdeckhaube drauf, es sei denn man wartet damit bis die Fische drinnen sind, weil sonst das Umsetzen nicht klappt.

Schließlich kommen die Fische bei ausgeschalteter Beleuchtung wieder ins Aquarium. Gefüttert werden sollte am ersten Tag gar nicht, die kommenden Tage sehr sparsam, Nitrit muß täglich kontrolliert werden!

Ich hoffe das Ganze logisch erklärt, und nichts Wichtiges vergessen zu haben.

Weitere Tipps und Tricks sind natürlich Willkommen!

Eure Verena

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